AQUA

AQUA – Arbeit im Quartier Weststadt

Laufzeit: 1.11.2014 – 31.10.2014

Kurzbeschreibung

Das Quartiersarbeitsprojekt AQUA bietet 24 Quartiersarbeiterinnen und -arbeitern im Soziale-Stadt-Quartier „Westlich des Maschmühlenwegs“ in Göttingen sozialversicherungspflichtige gemeinnützige Beschäftigung sowie ergänzende Qualifizierungs- und Coachingangebote. Ziel ist die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden, um so die Chancen auf eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern. Einsatzfelder für die Quartiersarbeiterinnen und -arbeiter ist der Aufbau eines Quartiersarbeitszentrums sowie Aktivitäten zur Wohnumfeldgestaltung und Angebote zur soziokulturellen Begleitung und Betreuung der Bewohnerschaft. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Infrastruktur im Quartier und unterstützt die Kernziele der Quartiersentwicklung.

Team des Weststadtzentrums

Steckbrief
Träger und Projektpartner Stadt Göttingen, Dezernat für Kultur und Soziales (Träger); Beschäftigungsförderung Göttingen; Jugendhilfe Göttingen e.V.
Handlungsfelder Integration von Langzeitarbeitslosen in Arbeit
Zielgruppen Personen des Rechtskreises SGB II

Handlungsbedarf und Ziele

Das Soziale-Stadt-Gebiet „Westlich des Maschmühlenwegs“ liegt westlich der Leine in Nahlage zur Göttinger Innenstadt und ist Kerngebiet des Stadtteils Weststadt. Im Gebiet leben rund 2.700 Bewohnerinnen und Bewohner in 1.500 Haushalten. Der Anteil an Sozialwohnungen ist deutlich höher als in anderen Stadtteilen: Fast ein Viertel sind geförderte Wohnungen. Im gesamten Stadtgebiet sind es im Durchschnitt weniger als 5 %. Aufgrund der Baustrukturen der in den 1930er und 1950er Jahren gebauten Wohnanlagen („Zeilenbauweise“) existieren im Quartier deutliche städtebauliche Defizite.

Der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationsbiografie im Quartier ist mit etwa 44 % mehr als doppelt so hoch wie der gesamtstädtische Durchschnitt (rund 19 %, Stand: 2010). Dabei ist auch der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen nach SGB II auffallend hoch: Mehr als jeder vierte Bewohner (27 %) bezieht Leistungen. Betroffen sind insbesondere viele Kinder. In über einem Viertel der Haushalte leben Kinder. Im gesamten Stadtgebiet sind es dagegen durchschnittlich nur rund 14 %. Auch die Altersarmut ist hier höher als im Stadtgebiet. 4 % der Bewohnerinnen und Bewohner beziehen Grundsicherung im Alter (Gesamtstadt Göttingen: 1 %, Stand: 2010).

Im Rahmen der sozialen Stadtentwicklung hat sich ein Netzwerk der Akteure im Programmgebiet etabliert. Hier setzt das Quartiersarbeitsprojekt AQUA an. Um die Ziele des Netzwerks zur sozialen Stabilisierung des Quartiers und Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Stadtteil zu unterstützen, werden 24 Quartiersarbeiterinnen und -arbeiter in stadtentwicklungsrelevanten Beschäftigungsfeldern eingesetzt. Dabei wird die Quartiersarbeit mit weiteren Kernzielen der Quartiersentwicklung verknüpft:

  • Aufwertung des Sozialraums
  • Unterstützung des Alltags der Bewohnerschaft
  • Stärkung der sozialen Teilhabe und
  • Förderung des Stadtteillebens

Quelle: Beschäftigungs-förderung Göttingen

Konkrete Aktivitäten neben dem Aufbau eines Quartiersarbeitszentrums sind z.B. Aktivitäten zur Wohnumfeldgestaltung und Angebote zur soziokulturellen Begleitung und Betreuung der Bewohner. Die eingesetzten Quartiersarbeiter sollen zudem Ehrenamtliche einbeziehen und als Multiplikatoren im Stadtteil wirken. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Infrastruktur im Quartier und zur Identifikation der Bewohnerschaft mit dem Stadtteil.

Ergänzend zur Beschäftigung erhalten die Quartiersarbeiter Qualifizierungs- und Coachingangebote. Mit dem Mix aus Beschäftigung, Qualifizierung und Coaching soll die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden verbessert werden, um so ihre Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Aktivitäten

  • Beschäftigungsbereiche:
    • Aufbau eines Quartierszentrums, Aufwertung des Quartiers, Verbesserung des Sozialraums und Förderung der Identifikationsmöglichkeiten mit dem Stadtteil Weststadt (10 Teilnehmende): Wohnumfeldarbeiten und Unterstützung der Grünpflege, Mieteraktivierung zur Instandhaltung/Reparaturen im Umfeld, Anlage eines Stadtteilgartens und Blumenpflanzungen auf öffentlichen Plätzen, Unterstützung von Spielplatzpatenschaften
    • Förderung des Stadtteillebens und Erhöhung der sozialen Teilhabe von Familien mit Migrationshintergrund und Alleinerziehenden (4 Teilnehmende): Leseangebote, Konfliktprävention und -management, Gesprächsangebote, Begleitung von Arzt- und Behördenbesuchen, Bewegungs- und Sportangebote im Außenbereich
    • Förderung des Stadtteillebens und Erhöhung der sozialen Teilhabe von älteren Menschen (3 Teilnehmende): Gesprächs-, Spiel- und Sportangebote, Organisation von Veranstaltungen, Begleitung zu Ärzten und Behörden, Einkaufshilfen, Hilfen beim Besuch auswärtiger Angebote (z.B. Erzählcafés, Ausstellungen oder Büchereien)
    • Aufbau eines Quartierszentrums, Festigung sozialer Infrastruktur und Unterstützung gemeinwesenorientierter Arbeit – handwerklicher Bereich (3 Teilnehmende): Mitarbeit bei der Gestaltung des Umfelds des Zentrums und in den Räumlichkeiten, zusätzliche Reinigungsarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit/Werbung, Auf-/Abbau bei Veranstaltungen und Aufsicht in der Einrichtung
    • Aufbau eines Quartierszentrums, Festigung sozialer Infrastruktur und Unterstützung gemeinwesenorientierter Arbeit – sozialer Bereich (4 Teilnehmende): Unterstützung beim Aufbau einer Leih-/Tauschbücherei, Frühstücks-, Mittags- und Caféangebote für verschiedene Zielgruppen im Quartier, Unterstützung bei Fahrradkursen, interkulturelle Freizeitangebote
  • Qualifizierung: Erarbeitung individueller/gruppenorientierter Qualifizierungspläne in drei Teilen:
    • allgemeiner Teil mit Angeboten in Teambildung, Konfliktmanagement, Selbstorganisation, interkulturelles Training, Erste Hilfe/Arbeitsicherheit, berufsfachliche Sprachkompetenzen
    • berufsfachlicher Teil mit Qualifizierungsangeboten zum ausgewählten Beschäftigungsfeld (z.B. Qualifizierungen zur Wohnumfeldgestaltung zu den Themen Ökologie, Umweltschutz, Pflanzenzucht und -pflege, Baumschnitt)
    • persönlicher Teil: Angebote zum Lebensmanagement wie z.B. Kochen mit wenig Geld, Umgang mit Geld, Sport und Bewegung
  • Coaching: individuelle, sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmenden in Einzelberatung und Gruppencoachings; enge Kooperation mit dem Fallmanagement Göttingen

 

Dieses Vorhaben wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Europäischen Union (ESF).

logo__esf__jpg_web   Logo_BIWAQ2_1_web   BMUB-Logo_deutsch_bmp_Office_Farbe_web